Dreden. Elbflorenz. Barockstadt. Prunk und Pomp an allen Ecken. Erwachsenen gilt die sächsische Hauptstadt vor allem als Innbegriff für Kunst und Kultur. Kinder entdecken eine Stadt auf ihre ganz eigene Weise: Paul, Fannie und Liv haben abgestimmt: Hier ihre Top-Adressen in Dresden.

1. Spielplatz an der Baluschkestraße

Dresden hat ein ganzes Sortiment an Abenteuerspielplätzen im Angebot. Wir waren auf dem Spielplatz in der Baluschkestraße in Löbtau und die Kids sind stundenlang abgetaucht in ihre Welt aus Klettern und Phantasiegeschichten. In der Hobbitlandschaft aus Höhlen und einem Parcours aus Holz und Seilen wurden plötzliche Schlaf-  und Wohnzimmer entwickelt, Kämpfe ausgefochten und gegen Drachen verteidigt. Super positiv: Sandspielzeug und Dreirädchen vorhanden – kein Elterngezank um vertauschte Plastikschäufelchen und verschollene Trecker. Puh.
Mehr tolle Spielplätze gibt’s hier: www.dnn.de/Dresden/

 

2. Das Verkehrsmuseum – interaktiv und kinderfreundlich

Im Verkehrsmuseum direkt am Neumarkt gibt’s Geschichte der Mobilität zum Anfassen. Von der Draisine bis zum Hochrad, die Entwicklung des Automobils, des Luft-, Schiff- und Eisenbahnverkehrs. Bei den Kids besonders gut angekommen ist die Ausstellung: Ich. Fahr.Rad Sie durften mit Rennrädern, Fatbikes und einem Laufrad ihre Runden drehen und konnten sich auf dem Ergometer messen. Viele aktive und informative Elemente – ein bisschen viel Ostalgie vielleicht – jedenfalls gibt es vor allem Exponate aus der Region zu entdecken.

 

 

3. Hop on hopp off – mit dem Bus durch die Stadt

Den Wind im Haar und den Hund an der Leine – so lässt sich Dresden bestens entdecken. Um einen Überblick zu bekommen haben wir an einer Stadtrundfahrt mitgemacht. Für die Kids war das scheint’s der richtige Weg, denn die Wahl um Platz drei fiel einstimmig auf die Rundfahrt. 22 Stationen, eineinhalb Stunden – und Sidney, das Känguru, führt in kurzen Episoden durch die Stadt. Da erfährt man zum Beispiel, was in Dresden alles erfunden wurde. Das Mundwasser, der BH, das Porzellan natürlich und ach, das Sprudelwasser. Prost.

 

 

4. Schwebebahn – fast wie zu Hause

Die Fahrt ist kurz, der Genuss hält nach. Wir denken natürlich zuerst an Wuppertal, wenn wir an Schwebebahn denken. Ab jetzt aber auch an Dresden. Der Kölner (sic!) Eugen Langen hat die Ingenieurskunst nach dem Vorbild der Wuppertaler Schwebebahn in Dresden installiert, um die Ortschaften Loschwitz und Oberloschwitz miteinander zu verbinden. Heute ein wunderbar nostalgischer Ausflug in die Zeit, als der Ingenieur noch Ingenieur und kein Master oder Bachelor war. Bei einem Spaziergang durch die prunkvollen Gründerzeitviertel Loschwitz und Oberloschwitz waren wir uns übrigens alle einig: „Hier ein Grundstück für unseren Bus und wir würden länger die Aussicht über die Elbe und Dresden genießen.

 

5. Willy Vanilli – zum Dahinschmelzen lecker

Softeis in Mandarine, Vanille und Schoko – bei Willy Vanilli direkt vor dem Georg-Arnold-Bad und ganz in der Nähe vom ziemlich berühmten Hygienemuseum – gibt’s das beste Softeis der Stadt, so dass Expertenurteil von Paul, Fannie und Liv. Grund genug, um in die Top Ten aufgenommen zu werden.

 

 

 

6. Nachtwächterwanderung – Gruselgeschichten und Histörchen aus alten Zeiten

Wusstet Ihr, dass August der Starke ein echter Partylöwe war? Und dass die Damen auf Augusts zahlreichen Festen eigene Nachttöpfe hatten, die ihnen unter die bauschenden Kleider gereicht wurden, wenn auch bei der Frau von Hofe mal Not am Mann war? Oder dass gerade ein echtes Schlossgespenst in der Münze der Stadt Dresden Einzug gehalten hat? Von 21 bis 22.30 zieht der Nachtwächter mit einer kleinen Gruppe mutiger Besucher durch die Altstadt von Dresden und erweckt die alten Gemäuer (die zum Großteil nur alt aussehen) zu Leben. Ein absolutes Muss bei einem Stadtbesuch!

 

7. Schloss Moritzburg und der Schuh des Aschenbrödel

Dafür kann man mal ein paar Kilometer fahren. Das Schloss Moritzburg liegt unweit vor den Toren der Stadt und ist ein aboluter Prinzessinentraum. Nicht nur, aber auch, weil dort „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ gedreht wurde. Wer da nicht vom Prinzen, Pferdekutschen und dem lustvollen Leben der Aristokratie träumt, steht wohl mit beiden Beinen sehr fest auf der Erde. Ach ja, wenn man dann wiederum erfährt, dass die hohen Damen zwei Stunden täglich allein zum Ankleiden brauchten und sich den Mann weder aussuchen und dann auch noch teilen mussten – nun ja, bleib ich lieber doch als Besucher im 21. Jahrhundert im Schloss. Die Kinder waren angetan von der Führung, das ganze Porzellan und der Prunk sowie die Erzählungen über das fidele Jagd- und Lustleben von August und seinem Gefolge kamen gut an. Liv und Charlie kamen derweil in der weitläufigen Schlossgartenanlage auf ihre Kosten.

8. Die gläserne Manufaktur – Mobilität der Zukunft

Abgasskandal? Welcher Abgasskandal! VW muss ja ein bisschen Positivstimmung verbreiten und tut das mehr als gekonnt in der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Paul war hin und weg von SEDRIC, dem Konzept eines vollautonomen Individualfahrzeugs in sagen wir mal plus minus 50 Jahren. Bis zur vollen Autonomie des Fahrzeugs gibt es zwar noch viel zu tun, aber der E-Golf, der E-Bulli und das Ein-Liter-Fahrzeug (das niemals in Serie gehen wird)  tuen auch ihren Zweck – sie begeistern technikinteressierte Kids aller Altersstufen.

 

 

9. Die Frauenkirche – Symbol für Frieden, erstanden aus Trümmern
400.000 Menschen sollen der Eröffnung der Frauenkirche nach vielen Jahren Anblick als Trümmermahnmal beigewohnt haben. Von 1994 bis 2005 wurde die protestantische Barockkirche auf dem Dresdner Neumarkt wieder errichtet und damit ein Kapitel aus Krieg und Zerstörung beendet. Im Februar 1945 von den britischen und US-amerikanischen Bombern fast komplett in Schutt und Asche gelegt, spricht die neue Frauenkirche für Versöhnung und Frieden. Dass in unmittelbarer Nähe auch heute noch die fremdenfeindliche Pegida wöchentlich tausende mobilisiert, ist eigentlich kaum zu fassen. Wir haben versucht, die politische Situation in Dresden nicht an uns rankommen zu lassen. 23 Prozent AFD-Wähler – da fragt man sich ja doch, ob die alle den Geschichtsunterricht geschwänzt haben.

10. Georg-Arnold-Bad – mit Schwung auf Platz zehn
Mit einer rasanten Rutschbahn, einem 25-Meter-Becken und einem Nichtschwimmerbereich hat es das Bad in die Top-Ten ind Dresden geschafft. Paul und Fannie haben sich auf die vorderen Plätze des Rutsch-Highscores gekämpft, während Liv bis zu zwölf Schwimmzüge hintereinander ohne Hilfsmittel geschafft hat. Eine gute Grundlage für weitere Plantschaubenteuer in Europa.

Wenn wir uns noch mehr Zeit genommen hätten, wären wir noch ins Hygienemuseum (da gibt’s ab ganz bald eine neue Sonderausstellung (Tierisch beste Freunde), die Porzellanmanufaktur in Meißen und das DDR-Museum gegangen. Wir kommen wieder!

Das Stadtmarketing der Stadt Dresden hat uns bei unserem Aufenthalt in Dresden mit der Übernahme der Kosten für die Stadtrundfahrt und Eintritten in Museen unterstützt. Unsere Berichterstattung ist von dieser Spende unbeeindruckt geblieben. Wir danken Dresden für die freundliche Unterstützung von AUF NACH NEULAND.